„Ist die Hälfte schon rum?“

„Man müsste nochmal zwanzig sein.“ „Bin ich bereits in der Lebensmitte?“ „Habe ich die Hälfte schon rum oder noch vor mir?“

Im vernünftigen Zustand, im Berufsleben erlauben wir uns selten solche Luxusfragen. Schließlich kann kein Mensch exakt sagen, wann die Lebensmitte erreicht ist. Immer wenn ich mir die Frage stelle, denke ich an meinen Sportfreund Rolf. Er starb, als ich in den Zwanzigern meine Geburtsstadt Köln verließ. Hätte er sich die Frage stellen sollen, als er mit mir in der C-Jugend spielte?

Und dennoch können wir nicht einfach die Frage nach der Lebensmitte wegwischen. Und beim WDR in meiner Geburtsstadt Köln nimmt man die Frage ebenso ernst. Deshalb wurde ich von Caro Michel zu einem Radiointerview in eine WDR-Sendung eingeladen. Sie sprach mit mir von dem Glück, nicht zu wissen, wann die „zweite Lebenshälfte“ beginnt. Hingegen spreche ich von dem Glück, ein Bewusstsein für die zweite Lebenshälfte zu entwickeln. Im Beitrag kommt es zu diesem scheinbaren Widerspruch.

Die zweite Lebenshälfte kann ein gefühlter/gedachter Raum werden, der zu einem klaren Denken, einem zufriedenen Fühlen und einem erfüllten Handeln führt. Kurz: Es ist die Chance, dem wahren Selbst zu folgen. Ein reifes Leben, ein Leben im Einklang mit Beruf und Berufung realisieren wir selten bereits in der ersten Lebenshälfte. Und weil dann meist ein kleines Sterben notwendig wird, sprechen wir von der legendären Midlife-Crisis.

Und doch darf der Humor dabei nicht auf der Strecke bleiben. Und so ist die Radiosendung humorvoll, leicht und kann zum Nachdenken anregen. Laden Sie sich die Sendung herunter und schauen Sie, wann Sie sich die Zeit zum Hören einrichten können. Die Sendung live können Sie am Sonntag, 19.3. um 8.30 in WDR 3 und um 13.30 Uhr in WDR 5 hören. Hier geht es zur Radiosendung.

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